Perspektiven
Methoden
Akupunktur
→ www.jcm.co.uk
Dreimal jährlich erscheint “The Journal of Chinese
Medicine”. Einige Artikel des jeweils neuesten Hefts sind
abrufbar.
→ de.wikipedia.org...
Akupunktur bei der 'Wikipedia'.
Chirotherapie
(Manuelle Medizin)
→ www.chiropraktik.ch
Themen zu Chiropraktik und Gesundheit des ”Informationsdienstes für
Chiropraktik in
der Schweiz”.
Eigenbluttherapie
→ de.wikipedia.org...
Ein Artikel der 'Wikipedia'.
Neuraltherapie
→ www.neuraltherapie.at
Die Seite der “Österreichischen Medizinischen Gesellschaft
für
Neuraltherapie und Regulationsforschung”.
Einführung in die
Methode, ihre
Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Geschichte.
→ www.ignh.de
Informationen der "Internationalen Medizinischen Gesellschaft für
Neuraltherapie nach Huneke Regulationstherapie e.V."
Pflanzenheilkunde
Link
zur Seite des 'Komitee Forschung Naturmedizin' führt u.a. zu
Heilpflanzen- Dokumentationen und Presseberichten.
Symbioselenkung
→
de.wikipedia.org...
Übersichtsartikel
der Wikipedia' mit weiterführenden Links zur Symbioselenkung bzw.
'Mikrobiologischen Therapie'.
Umweltmedizin
→ www.allum.de
Das überaus informative 'Informationsangebot Allergie, Umwelt und
Gesundheit'.
Arnika als Pflanze und Heilmittel
Obwohl Arnika in erster Linie in den
Gebirgen und
Mittelgebirgen wächst (“Bergwohlverleih”), kommt sie auch in den Ebenen vor, wenn die
Bodenbedingungen dies zulassen oder die Pflanze kultiviert wird.
Im
Heilpflanzengarten vor meiner Praxis im Süden von Hamburg
vermehrt sich Arnika seit einigen Jahren. Ich hatte im
Frühjahr
1996
einige Arnikapflanzen über den Bioland-Betrieb “Hof
Berg-Garten”
bei
Freiburg bezogen. Diese Firma bietet Arnika und viele andere
Heilpflanzen als Saatgut oder Topfflanze zum Verkauf.
[www.hof-berggarten.de]
Bei
den hiesigen klimatischen Bedingungen und der ungünstigen
Bodenbeschaffenheit bilden sich offensichtlich eher einige Ableger in
unmittelbarer Nähe zur Mutterpflanze. Man hat den Eindruck,
als
müßten sie sich so eng gruppieren, um unter
ungünstigen
Verhältnissen besser
bestehen zu können. Die einzelnen Pflanzen meiner kleinen
Arnikakolonie
scheinen fast ineinander verknäult und verwachsen zu sein, was
sich
deutlich zeigt, wenn ich versuche, einige Pflanzen abzutrennen, um sie
weiterzugeben oder an anderer Stelle zu vermehren. Über
die Jahre haben die Pflanzen einen Wulst gebildet, auf dem sie sich vom
Niveau der Umgebung abheben. Der Stengel entsprießt im
Frühling in kürzester Zeit aus den der
Erde eng anliegenden Blattrosetten. Die Pflanze
scheint sich der Verdichtung entziehen zu wollen. Auch die
Blüten wirken zerfahren und zerzaust.
Simonis sagt, sie schauen uns “merkwürdig lebendig
und wissend an”
(Werner Chr. Simonis, 'Die
unbekannte Heilpflanze', 1955,
Frankfurt/Main, S.297).
Obwohl
Simonis
beschreibt, daß auch eine Aussaat über die Samen
erfolgt
(“Die
Flugfähigkeit der reifen Samen ist geringer als die der
Taraxacumsamen.
Innerhalb von 14 Tagen keimen die Samen, wobei das Licht
begünstigend
wirkt.” [S.299]) scheint hier in Norddeutschland die
Vermehrung nur auf
vegetative Art stattzufinden, denn in weiterer Entfernung vom Standort
finden sich keine neuen Pflanzen.
Hermann Jäger
beschreibt
den
idealen Standort für Arnika in seinem
“Apothekergarten” von 1913
wie
folgt: “... allenfalls auf rauhen Hochebenen und in kalten
Waldgegenden
mit feuchtem, moorigem Boden mit vielen Niederschlägen, da die
Arnika
in der wärmeren, trockenen Ebene nicht fortkommt.”
Trotzdem
hat Arnika sogar auf Sylt, bedrohlich nahe am Salzwasser, einige
Standorte. Dies erklärt sich, wenn man bedenkt, daß
laut
Simonis Arnika saure,
kieselhaltige, sandig-lehmige
Verhältnisse benötigt. Torfböden sind
optimal, wie auch
Jäger
schreibt. Bei der Anlage eines Golfplatzes auf der Nordseeinsel
mußte
auf die dort wachsenden Arnikapflanzen Rücksicht genommen
werden,
wie
mir eine Urlauberin erzählte. Arnika ist unter Naturschutz
gestellt.
Anwendung
Arnika
läßt sich sowohl äußerlich
(Amputationsstümpfe, Blutergüsse, Wunden,
Hieb-, Stich- und Stoßverletzungen, Quetschungen) wie auch
innerlich
als Mittel bei Schwäche, Müdigkeit und
Zerschlagenheit
anwenden. Sie
ist eine der berühmtesten Heilpflanzen, erfreut sich aber auch
bei
den
Homöopathen großer Beliebtheit.
Bei
der oralen Einnahme von Auszug oder Urtinktur kann es zu Magenproblemen
kommen, sogar zur Korbblütlerallergie. Die Monographie
schreibt
deshalb
äußerlichen Gebrauch vor und selbst hierbei ist
Vorsicht
angebracht.
Vor allem darf Arnikatinktur nur verdünnt auf die Haut
gebracht
werden
und - wie unten beschrieben - am Besten, nachdem das mit Arnikatinktur
getränkte Tuch zuvor getrocknet ist.
Die Tinctura Arnicae wird aus einzeln
gezupften
Blüten hergestellt. Pfarrer
Kneipp
beschreibt die damalige Eigenherstellung der Tinktur: “Die
Blüthen
werden Ende Juni und Anfangs Juli gesammelt und in Branntwein oder
Spiritus angesetzt. Nach ungefähr drei Tagen schon kann die
fertige
Tinktur in Gebrauch genommen werden.”
(Sebastian Kneipp, 'Meine
Wasser-Kur' 1891, S.121)
Indikationen
Alkoholismus
| Nach Kirn (Pforzheim) gilt Arnica in der D3 oder D4 als
“zuverlässiges Mittel gegen die
Trunksucht”. (Simonis, “Die
unbekannte
Heilpflanze”, S.305)
Arterielle
Verschlußkrankheit (pAVK) | Einreibungen mit
Kneipp-Arnika-Salbe,
evtl.
im Wechsel mit Kytta-Salbe. Zusätzlich warme
Fußdämpfe
mit Heublumen
(Hinweis J.Karl, “Neue Therapiekonzepte für die
Praxis der
Naturheilkunde”, 1995, S.149).
Erysipel
| Kühle, (25°) Arnika-Tinktur-Umschläge (1:5)
eignen sich
bei der
Behandlung des Erysipels. Etwa 2-3 mal täglich für
jeweils
1-2 Stunden,
den Umschlag immer wieder in die kühle Tinktur tauchen, leicht
auspressen und auflegen.
Hämatome
| Nach Bluterguß empfiehlt es sich, Arnikatinktur nicht
sofort
aufzutragen, sondern erst nach 24 Stunden. Man tränkt ein Tuch
in
verdünnter Tinktur (1 Teil Arnikatinktur, 5 Teile Wasser),
läßt dieses
wegen der hautreizenden Eigenschaften trocknen und legt es danach in
Form eines Wickels auf das Hämatom auf. Bei der Behandlung von
Hämatomen konkurriert der Arnika-Tinktur-Umschlag mit
hirudinhaltigen
Salben, also Salben, die einen Extrakt aus Blutegeln enthalten. Diese
eignen sich auch bei manchmal vorkommender Hautrötung nach
vorangegangener subkutaner Injektion (dann zusätzlich
Alkohol-Wasser-Umschlag 1:1)
Hirnischämie
| Arnika hemmt die Thrombozytenaggregation und könnte somit
nach
Schlaganfällen das Risiko
für Gefäßverschlüsse oder
vorübergehende
Durchblutungsstörungen des Gehirns (TIA) vermindern ('Arnica
spag.
Krauß D4'
aus der kleinen Reihe der spagirischen Monopräparate von ISO).
Da
Patienten nach einem Schlaganfall / TIA ohnehin meist mit
Acetylsalizylsäure
(ASS) behandelt werden, erscheint eine zusätzliche
Arnikagabe dann allerdings eher sinnlos, wenn nicht sogar riskant.
Pflanzliche Mittel können, vor allem in Kombination mit
chemisch
definierten Medikamenten, eine zusätzliche, unberechenbare
Wirkung
haben.
Pharyngitis | Bei Heiserkeit ließ
Kneipp
zum Gurgeln 40 Tropfen der Tinktur auf 6 Eßlöffel
Wasser
ansetzen und
alle 10 Minuten nehmen. Einem Sänger verhalf er auf diese
Weise
wieder
zu seiner Stimme.
Phlegmone | Unterstützend
Umschläge mit
Arnikatinktur (mindestens 1:5). Etwa 2-3 mal täglich
für
jeweils 1-2 Stunden.
Thrombophlebitis
| Bei oberflächlicher Venenentzündung hilft ein
kalter
Umschlag der
Tinktur (1 Teelöffel Arnikatinktur auf ca. 1 Liter Wasser
für
den
Umschlag) und zusätzlich die gut verdünnte orale Gabe
der
Urtinktur.
Verstauchungen und Zerrungen | Auch hier
ist Arnikatinktur als Umschlag indiziert.
Jürgen
Flügge