Grenzfluss

Last updated on 7. Juli 2021

Havelburg bis Dessau

Atomstaat Ost

Die Elbe bei Arneburg

Auf halbem Wege zwischen der alten Bischofsresidenz Havelberg und dem Städtchen Tangermünde liegt auf einem Hang das beschauliche Arneburg, in dessen Umgebung in den 80er Jahren einer der größten Industriestandorte der DDR geplant war – das AKW Stendal.

AKW Stendal
AKW Stendal
Werkhalle im ehemaligen AKW Arneburg
Kantine AKW Stendal

Das Pretziener Wehr

Wenige Kilometer südöstlich von Magdeburg versperrt das 1875 fertiggestellte Pretziener Wehr ein ehemaliges Binnendelta der Elbe. Das Wasser reicht bei normalen Wasserständen nicht an die Schotten des Wehrs heran, eigentlich steht das ganze Bauwerk inmitten von Wiesen. Bis zur Fertigstellung dieser seinerzeit komplizierten wasserbautechnischen Anlage strömte das Wasser hier ungehindert durch viele Nebenarme, was den Wasserstand beim untiefen Domfelsen in Magdeburg bei Niedrigwasser zu weit absinken ließ. Um den Binnenschiffen in Magdeburg weiterhin „eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ zu ermöglichen, musste das Elbwasser demnach weiter flussaufwärts ins Hauptbett geführt werden, indem man die Schotten des Wehrs absenkte und den Fluss nicht in den Nebenarm einströmen ließ.

Bei Hochwasser nach der Schneeschmelze wiederum kann das Wehr geöffnet werden, um Wasser in die ehemaligen Nebenarme der Elbe zu lassen und so den Wasserdruck in und um Magdeburg zu reduzieren.

Ein Modell der Anlage wurde 1889 bei der Weltausstellung in Paris gezeigt und prämiert. Nach einer dringend notwendigen Restaurierung ist das Wehr heute nach fast 150 Jahren wieder funktionstüchtig. Trotz sommerlicher Temperaturen und gutem Wetter Ende Juli habe ich die Anlage ganz für mich alleine. Dieses großartige wasserbautechnische Denkmal fügt sich ebenso perfekt in die Landschaft ein wie der Pont-du-Gard in der Nähe von Avignon.

Pretziener Wehr
Das Sturzbett unterhalb des Pretziener Wehrs
Seitenarm der Elbe bei Pretzien

Das Magdeburger Urtrauma

Der Verkehr der Gierseilfähre von Westerhüsen (bei Magdeburg) ist für heute eingestellt. An dieser Stelle überquerte Tilly mit seinem Heerhaufen während des 30-jährigen Krieges die Elbe, um kurz darauf Magdeburg einzunehmen und eines der schlimmsten Massaker dieser Epoche und aller Zeiten anzurichten. Die Stadt hat sich von dieser Katastrophe, nach der Magdeburg nur noch 450 Einwohner zählte, nicht wieder erholt.

Die Elbfähre bei Westerhüsen
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