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Kletterpflanze der Seele ("A closer look at Amazonia's Visionary Medicine") - von Charlie Kidder

Jeder Baum und jede Pflanze besitzt einen Geist. Einige sagen, Pflanzen hätten keinen Geist. Diesen Menschen sage ich, daß eine Pflanze lebendig und bewußt ist. Auch wenn eine Pflanze nicht sprechen kann, gibt es einen Geist in ihr, der bewußt wahrnimmt, der alles sieht. Das ist die Seele der Pflanze, ihre Essenz, das, was sie lebendig erhält. Wenn Bäume zerstört oder Wälder verbrannt werden, stimmt mich dies sehr traurig. Es stimmt mich traurig, weil ich weiß, daß menschliche Wesen etwas Grundfalsches tun. Wenn man Ayahuasca zu sich nimmt, kann man manchmal hören, wie die Bäume weinen, wenn sie gefällt werden. Sie ahnen, was ihnen bevorsteht und sie weinen.

Pablo César Amaringo (ehemaliger Ayahuasquero aus Peru)


Tief im Herzen des Amazonas-Regenwaldes wächst eine heilige Kletterpflanze, die für ihre magischen Kräfte bekannt ist. Dieser Pflanze wurden viele Namen gegeben, aber der bekannteste lautet wohl Ayahuasca (aye-yah-wah-skah). In der Quechua-Sprache bedeutet aya “Geist” oder “Ahne” und huasca bedeutet Kletterpflanze oder Seil. Es wird berichtet, daß denjenigen, die diesen Wein der Seele zu sich nehmen, die Fähigkeit verliehen wird, mit Geistern zu verkehren, Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln und sogar die Zukunft vorherzusagen. Während die Existenz dieser Kletterpflanze sicherlich kein großes Geheimnis darstellt, hat sich die westliche Wissenschaft erst kürzlich entschlossen, die magischen Eigenschaften dieser heiligen Medizin zu studieren.

Die Archäologie kann den Gebrauch von Ayahuasca in Ecuador seit 5000 Jahren nachweisen. Allerdings weiß man im Westen erst seit 1851 von Ayahuasca. Zu dieser Zeit lud eine Gruppe von Tukanoa-Indianern den britischen Botaniker und Forschungsreisenden Richard Spruce ein, an einer Zeremonie teilzunehmen, die den von ihnen so genannten Caapi, einen Hellsichtigkeit verleihenden Trunk, mit einschloss. Spruce trank nur eine kleine Menge des “ekelerregenden Getränks”, konnte jedoch nicht umhin, den tiefgreifenden Effekt, den dieses auf seine neuen Freunde hatte, zu bemerken. Die Tukanoa zeigten Spruce die Pflanze, aus der Caapi gemacht wurde und er konnte einige gute Exemplare dieser Pflanze sammeln, während sie in voller Blüte stand. Spruce nannte die Pflanze Banisteria caapi und weitere Forschungen brachten ihn zu der Überzeugung, daß Caapi, Yage und Ayahuasca indianische Begriffe für das gleiche Getränk waren und daß alle aus dieser einen Kletterpflanze hergestellt wurden.

Seit diesem frühen Bericht wurde immer wieder beobachtet, daß Eingeborene verschiedene Ayahuasca-Zubereitungen benutzen, im Osten bis zum Rio Negro in Brasilien, im Westen bis zu den pazifischen Küstenregionen Kolumbiens und Ecuadors. Im Norden wird es bis Panama und im Süden bis in die Gebiete des amazonischen Peru und Bolivien gefunden. Mindestens 72 Eingeborenenstämme benutzen ähnliche Zubereitungen, die unter mehr als 40 verschiedenen Bezeichnungen bekannt sind.

Zubereitung

Ayahuasca-Zubereitungen werden normalerweise hergestellt, indem Banisteriopsis- caapi-Lianen oder ähnliche Arten für eine unterschiedliche Zeitdauer getränkt oder eingeweicht werden. Die besondere Methode unterscheidet sich von Gruppe zu Gruppe, aber die einfachste Methode ist der Infus in kaltem Wasser. Teile des Stengels werden erst zerstoßen und dann in kaltes Wasser gestellt. Danach wird das Pflanzenmaterial entfernt und der Sud getrunken. Einige Gruppen tauchen die zerstoßenen Stengel in heißes Wasser und kochen das Pflanzenmaterial eine Stunde, aber auch bis zu einem ganzen Tag. Die längste dieser Zubereitungsmethoden beinhaltet das Kochen und Filtern der Pflanzenmasse und des Extraktes, bis nur noch ein dickes Konzentrat übrigbleibt. Dies Vorgehen erfordert gewöhnlich einen ganzen Tag und etwa 15 Stunden, um eine Partie herzustellen.

Banisteriopsis caapi ist meist die einzige benötigte Pflanze, um Ayahuasca herzustellen. Dennoch ist es nicht ungewöhnlich, dem Gebräu eine oder mehrere zusätzliche Pflanzen während der Zubereitung beizugeben. Beigemischte Pflanzen geben dem Geschmack jeder einzelnen Ayahuasca-Partie eine besondere Note und enthalten oft Stimulantien oder visionäre Bestandteile wie z.B. Koffein, Nikotin oder DMT. Wenn in Ayahuasca-Zubereitungen DMT-haltige Zusätze enthalten sind, ist es sehr wahrscheinlich, daß DMT der visionäre Hauptbestandteil ist, welcher für die meisten oder sogar alle mächtigen entheogenischen Effekte verantwortlich ist.

Pharmakologie von Ayahuasca

DMT wurde 1931 zum erstenmal synthetisiert, 15 Jahre bevor entdeckt wurde, daß es sich um eine natürlich vorkommende Substanz handelt. DMT wird in vielen psychoaktiven amazonischen Substanzen gefunden, die aus dem Harz zahlreicher Virolabaumarten hergestellt werden und wurde auf natürlichem Wege zum ersten Mal im Jahre 1955 aus einer amazonischen Substanz extrahiert, die aus zerstoßenen Samen und Hülsen von Anadenanthera peregrina bestand. Die ersten, die 1956 die Wirkung des Hydrochlorid-Salzes von N,N-Dimethyltryptamine via intramuskulärer Injektion in Dosen von 0,7 bis 1,1 mg / Kg Körpergewicht erlebten, waren Stephen I. Szara und Kollegen. Seiner Ansicht nach führte die Droge zu einem “psychotischen Effekt, der teilweise dem des Meskalinn oder LSD-25” ähnelte. Szara beschrieb, daß nach einer Injektion von 50 bis 60 mg DMT entheogenische Effekte auftraten, die nach zwei bis drei Minuten einsetzten und ungefähr 45 Minuten bis zu einer Stunde andauerten. Er beschrieb die Wirkung wie folgt: “Es kam zu eidetihen Phänomenen, optischen Illusionen, Pseudohalluzinationen und später echten Halluzinationen. Die Halluzinationen zeigten bewegliche, leuchtend gefärbte orientalische Motive, später sah ich wunderbare, schnell wechselnde Szenen. Die Gesichter der Menschen schienen Masken zu sein. Mein emotionaler Zustand erhob sich gelegentlich bis zur Euphorie...”

Seit 1977 gilt es als gesichert, daß das Rauchen von reinem DMT einen kräftigeren und schnelleren Wirkungseintritt zur Folge hat als die Injektion. Wenn dreißig Milligram DMT geraucht wurden, hatte dies einen sofortigen massiven Effekt, der 5 bis 10 Minuten andauerte. Andererseits wurde DMT in einer Dosis von bis zu einem ganzen Gramm oral genommen, ohne auch nur den geringsten Effekt. So stellte sich folgende Frage: wenn DMT offensichtlich oral vollkommen inaktiv bleibt, wie können die durchschnittlich 29 mg, die man in einer oral aufgenommenen Dosis Ayahuasca findet, einen visionären Effekt bewirken ? Die Antwort auf diese Frage liegt in dem Enzym Monoaminoxidase (MAO). Dies Enzym hat normalerweise in unserem Verdauungstrakt die Aufgabe, in der Nahrung anwesende Monoamine zu zerlegen, welche das Gleichgewicht des Monoamin-Neurotransmitterstoffwechsels im Gehirn stören könnten. Oral eingenommenes DMT, ein Monoamin, wird mit Hilfe der MAO im Darm komplett oxidiert und zerlegt. Nun ist von den 3-Carbolin Alkaiden der Banisteriopsis-Liane bekannt, daß sie MAO so weitgehend hemmen, daß das begleitende DMT der beigegebenen Pflanze im Verdauungstrakt überstehen kann und ins Gehirn gelangt.

Die Struktur von DMT (wie auch jene anderer entheogenischer Substanzen) ist dem wichtigen modulatorischen Neurotransmitter Serotonin (5-hydroxytryptamine, or 5-HT) sehr ähnlich. Von solchen Neurotransmitter-Verschiebungen nimmt man an, daß sie die Disinhibition von normalerweise kontrollierten und regulierten Prozessen innerhalb des Gehirns verursachen können. Die Bindung von serotoninähnlichen Molekülen an die 5-HT-Rezeptoren beeinflußt serotonergische Neuronen, die eine Vielzahl an Dingen stimulieren können - von unterdrückten Emotionen und Erinnerungen bis hin zum Bildverarbeitungssystem des Gehirns. Diese einzigartige Kombination neuronaler Stimuli bewirkt eine ganz wunderliche Explosion transzendenter Emotionen und interner kaleidoskopischer Bilder.


Wie Schamanen mit Ayahuasca umgehen


Die Mestizenschamanen des peruanischen Amazonas bezeichnen sich selbst meist als Vegetalisten (vegetalistas). Diese Pflanzenärzte helfen den Menschen in den ländlichen Gebieten und den Armen in den Städten. In kritischen Situationen, welche ärztliche Hilfe erfordern, werden diese Menschen oft nicht versorgt. Die meisten Vegetalistas spezialisieren sich und stützen sich in ihren Praktiken nur auf einen oder wenige Pflanzenlehrer. So benutzen Tabaqueros den Tabak, Toeros die verschiedene Brugmansia-Spezies, Catahueros das Harz der Catahua (Hura crepitans), Paleros die Rinde verschiedener großer Bäume, Perfumeros benutzen die Düfte verschiedener Duftpflanzen und Ayahuasqueros die Ayahuasca.

Ayahuasca wird von Schamanen normalerweise im Rahmen einer Heilung verwendet. Der Schamane oder Ayahuasquero nimmt Ayahuasca, um die Art der Krankheit des Patienten besser diagnostizieren zu können.Vegetalistas behaupten, sie würden ihre heilenden Kräfte von bestimmten Pflanzenlehrern empfangen, von denen man glaubt, daß sie eine “madre” oder Geist-Mutter besitzen. Die Aufgabe des Schamanen besteht darin, für die Aufgabe der Heilung das medizinische Wissen vom Pflanzenlehrer vermittelnd in die menschliche Welt zu übertragen. Es wird angenommen, daß die Pflanzenheiler dem Schamanen-Neophyten während des Ayahuascazeremoniells oder in Träumen, die der Einnahme anderer Pflanzenheiler folgen, eine Anzahl von Kraft-Gesängen (power songs) oder übernatürlichen Melodien (Icaros) lehren. Der Pflanzenlehrer gibt die magischen Gesänge an den Vegetalista weiter, der sie während des Heilungszeremoniells singen oder pfeifen kann. Einige Schamanen legen so viel Wert auf die Heilungskräfte der Icaros, daß sie glauben, Ayahuaa sei dann für die Heilung nicht mehr notwendig, wenn er oder sie eine ganze Reihe von ihnen gelernt hätte. Der peruanische Künstler und Vegetalista Pablo Amaringo hat mit großem Detailreichtum eine Serie seiner Ayahuasca-Visionen gemalt. Um dies auszuführen, versucht Amaringo, eine seiner Visionen durch das Singen des mit der Vision verbunden Icaros wieder hervorzurufen. Dies ruft das Bild wieder so lebhaft hervor, daß Amaringo es auf Leinwand projizieren kann, um die Farben im Nachhinein nachvollziehend einfach hinzuzufügen. Bilder aus Ayahuasca-Visionen sind ein vorherrschendes Thema der Kunst Amazoniens. Es wird vermutet, daß diese visuelle Kunst, zusammen mit den Melodien der Icaros, kombiniert mit den synästhetischen Effekten des Tranks den für den Heilungsprozeß zentralen ästhetischen “geistigen Rahmen” ergeben. Man nimmt an, daß das Schema, welches der Schamane auf den Körper projiziert, ein gesundes, von Ayahuasca offenbartes Energiemuster darstellt.

Wenn jemand krank wird, verzerrt sich sein Energiefeld. Unter dem Einfluß von Ayahuasca kann der Schamane die Verzerrungen im Energiemuster des Patienten sehen und versuchen, eine gesunde Anlage wiederherzustellen. Hierzu gebraucht er Zug, Massage, Heilpflanzen, Hydrotherapie und Stärkung der Seele des Patienten. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen schamanistischen Methoden und den Techniken, wie sie im traditionellen chinesischen Chi-Gong oder energiezentrierter Medizin benutzt werden, sind offensichtlich. Interessanterweise wählt der Schamane gewöhnlich Heilpflanzen, die sich durch sichtbare Merkmale wie Form oder Farbe auszeichnen. So können Pflanzen mit Blüten, die wie Ohren geformt sind, zur Behandlung von Ohrerkrankungen herangezogen werden. Der Schamanennovize wird unter anderem dazu angehalten, die Natur genau zu beobachten, um etwas über die Eigenschaften oder “versteckten Tugenden” der umgebenden Pflanzen und Tiere zu erfahren.

Das neue Interesse an Ayahuasca

Seit der ersten schriftlichen Erwähnung durch einen Jesuitenpriester gegen Ende des 17. Jahrhunderts bis zur heutigen Erforschung von Ayahuasca hat sich unser Wissen der alten amazonischen Ethnomedizin beträchtlich erweitert. Alleine in den letzten Jahrzehnten ist eine ziemliche Anzahl an Publikationen über dies Thema geschrieben worden. Anthropologen haben angefangen, den Umgang mit Ayahuasca als Heilpflanze zu studieren und Forschergruppen haben sich daran gemacht, die langfristigen physiologischen und psychologischen Wirkungen des Tranks zu ergründen. Ein weiteres interessantes und neueres Phänomen ist die wachsende Zahl christlicher Kirchen in ganz Südamerika, die sich anstelle des üblichen symbolischen Brot- und Weinsakraments für Ayahuasca als ihr Sakrament während der Kommunion entschieden haben. Diese Kirchen behaupten, daß der Trank intensiver Konzentration und dem direkten Kontakt mit der spirituellen Ebene förderlich ist. Die erste dieser Ayahuasca-Kirchen entstand in den 20er Jahren des 20. Jahrhderts in Brasilien. Heute gibt es zwei Gruppen, Unito de Vegetal (UDV oder “Pflanzenunion”) und Santo Daime [siehe Artikel], die weiterhin wirken. Diese neochristlichen Kirchen sind jetzt vor allem in den Städten vertreten, sie repräsentieren die jüngste Wanderung rituellen Ayahuascagebrauchs aus dem jungfräulichen Regenwald in die großen Städte.

In diesen Kirchen wird die Messe einmal wöchentlich gehalten. Die Mitglieder der Kirche kultivieren die für den Trank erforderlichen Pflanzen und überwachen ihre Zubereitung und Lagerung. Zu besonderen Gelegenheiten wird Ayahuasca in kleinen Schüsseln bei der Kommunion gereicht. Die Dosis beträgt nur wenige Unzen, aber das von ihnen zubereitete Ayahuasca wird als sehr mächtig beschrieben. Da die Zeremonie üblicherweise die ganze Nacht andauert, ist es nicht ungewöhnlich, daß die Mitglieder der Kirche im Laufe des Abends mehrere Dosen einnehmen.

Im Jahre 1985 setzte die brasilianische Regierung die Ayahuasca-Liane auf ihre Liste der kontrollierten Substanzen. Die UDV stellte einen Antrag gegen das Verbot und die brasilianische Regierung ernannte daraufhin eine Kommission, um die Angelegenheit zu prüfen. Die Kommission konnte keinen Hinweis für eine mit dem sakramentalen Gebrauch von Ayahuasca verbundene soziale Auflösung finden (die Angehörigen der Kommission versuchten es selbst) und im August 1987 wurde Ayahuasca wieder von der brasilianischen Liste der kontrollierten Substanzen entfernt. Zu weiteren Problemen kam es im Jahre 1988, als eine anonyme Quelle behauptete, daß diese Kirchen aus Fanatikern, Drogensüchtigen und Ex-Guerrillas bestanden, die während ihrer Riten Cannabis rauchten und LSD zu sich nahmen. Noch einmal wurde die Angelegeneheit von der Regierung untersucht, und diesmal wurde die Phamakologie von Ayahuasca auf ihre physiologischen Aspekte hin untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie nötigte die brasilianische Regierung, im Juni 19 Banisteriopsis caapi und Psychotria viridis, ebenso wie den Ayahuascatrank, aus ihrer Liste der unerlaubten Substanzen herauszunehmen. Diese gerichtliche Entscheidung hat es den Kirchen ermöglicht, weiter zu expandieren. Seitdem haben sie zahlreiche Zeremonien in mehreren Städten auf der ganzen Welt abgehalten. Ein internationales wissenschaftliches Forschungsteam, das Hoasca Projekt, befaßt sich seit kurzem sowohl mit dem psychischen als auch physiologischen Langzeiteffekt chronischen Ayahuasca-Gebrauchs auf die Kirchenmitglieder.

Die Zukunft von Ayahuasca


Es ist schwierig vorherzusagen, wie es in Zukunft mit Ayahuasca weitergeht. Es könnte sich herausstellen, daß die Wissenschaft mit Hilfe dieser Pflanze zu einem besseren Verständnis der Biochemie des Bewußtseins und der Genese pathologischer Hirnfunktionen gelangt. Pharmazeutische MAO-Hemmer werden in der westlichen Medizin häufig als Antidepressiva angewendet und eine weitere Erforschung des psychotherapeutischen Nutzens der Tryptamine steht noch aus.

In Bezug auf die Religion erscheint das expansive Potential für die Ayahuasca nutzenden Kirchen unbegrenzt. Die Zuhilfenahme eines mächtigen psychoaktiven Sakraments in die religiösen Zeremonien könnte weitreichende Auswirkungen auf moderne spirituelle Praktiken und Glaubenssätze haben. Es bleibt aber abzuwarten, ob in den Vereinigten Staaten entheogene Benutzer von der Idee einer psychedelischen Christentums zu überzeugen sind.

Insgesamt betrachtet handelt es sich bei Ayahuasca um eine einzigartige pflanzliche Medizin. Die Tatsache, daß ihr traditioneller Gebrauch durch die Indianer des Amazonasgebiets den fortgesetzten Einflüssen der westlichen Kulturangleichung hat widerstehen können, bezeugt die zentrale und wichtige Rolle, die es in ihrer Weltsicht spielt. Bei vielen amazonischen Stämmen ist es Brauch, daß die Eltern ihrem Neugeborenen als erstes einen Tropfen Ayahuasca geben - direkt in den Mund. Für sie ist es die höchste Medizin und ein wahres Geschenk der Götter.

Literatur:
-Luna, L.E. 1984a. "The healing practices of a Peruvian shaman" Journal of Ethnopharmacology 11(2): 123-133.
 -- Luna, L.E. 1984b. "The concept of plants as teachers among four mestizo shamans of Iquitos, northeast Peru" Journal of Ethnopharmacology 11(2): 135-156.
 --Luna, L.E. and P. Amaringo 1991. Ayahuasca Visions: The Religious Iconography of a Peruvian Shaman. North Atlantic Books, Berkeley, CA.
 --McKenna, D.J. et al. 1984. "Monoamine oxidase inhibitors in South American hallucinogenic plants: Tryptamine and §-carboline constituents of ayahuasca" Journal of Ethnopharmacology 10(2): 195-223.
 --Ott, J. 1994. Ayahuasca Analogues: Pangan Entheogens. Natural Products Co., Kennewick, WA.
 --Ott, J. 1993. Pharmacotheon: Entheogenic Drugs, Their Plant Sources and History. Natural Products Co., Kennewick, WA.
 --Ott, J. 1995. The Age of Entheogens & The Angels' Dictionary. Natural Products Co., Kennewick, WA.
 --Schultes, R.E. and A. Hofmann 1980. The Botany and Chemistry of Hallucinogens. Revised and Enlarged Second Edition. C.C. Thomas, Springfield, IL.
 --Schultes, R.E. and R.F. Raffauf 1992. Vine of the Soul: Medicine Men, Their Plants and Rituals in the Colombian Amazon. Synergetic Press, Oracle, AZ.


Autor:
Charlie Kidder

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus:
The Resonance Project, vol. 1:
http://www.resproject.com

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