Perspektiven


Methoden

Akupunktur

www.jcm.co.uk
Dreimal jährlich erscheint “The Journal of Chinese Medicine”. Einige Artikel des jeweils neuesten Hefts sind abrufbar.
de.wikipedia.org...
Akupunktur bei der 'Wikipedia'.

Chirotherapie
(Manuelle Medizin)

www.chiropraktik.ch
Themen zu Chiropraktik und Gesundheit des ”Informationsdienstes für Chiropraktik in der Schweiz”.

Eigenbluttherapie

→ de.wikipedia.org...
Ein Artikel der 'Wikipedia'.

Neuraltherapie

www.neuraltherapie.at
Die Seite der “Österreichischen Medizinischen Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsforschung”.
Einführung in die Methode, ihre Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Geschichte.
www.ignh.de
Informationen der "Internationalen Medizinischen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke  Regulationstherapie e.V."

Pflanzenheilkunde

Link zur Seite des 'Komitee Forschung Naturmedizin' führt u.a. zu Heilpflanzen- Dokumentationen und Presseberichten.

Symbioselenkung

de.wikipedia.org...
Übersichtsartikel der Wikipedia' mit weiterführenden Links zur Symbioselenkung bzw. 'Mikrobiologischen Therapie'.  

Umweltmedizin

www.allum.de
Das überaus informative 'Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit'.























































Physikalische Therapien
"Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ (Schopenhauer)


Die Kneipp-Therapie

Bekannt wurde diese Therapieform durch den Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897), der als Student an Tuberkulose erkrankte und sich selbst heilte.

Die Geschichte der Hydrotherapie läßt sich bis in die Frühgeschichte dokumentieren (Römische Thermen, China, Japan). Sie wird beschrieben durch die therapeutische Anwendung von Wasser als Bad, Saunabad, Guß oder Wickel. Eine Wiederbelebung erfolgte im 18. und 19. Jahrhundert durch Hahn (1696-1773), Prießnitz (1799-1851), Oertel (1764-1850) und Rausse (1805-1848). Größte Anerkennung erlangte jedoch der Pfarrer Sebastian Kneipp als „Wasserheiler von Wörishofen“. Damals trat durch ihn die Behandlung mit kaltem Wasser in den Vordergrund, und ermutigt durch die Erfolge dieser Maßnahme experimentierte er mit den unterschiedlichsten Techniken. Zum Ausgangspunkt für die Verwirklichung seiner Ideen wurde das Dominikanerkloster Wörishofen. In Österreich fand die Kneipp-Bewegung viele Anhänger, was sich in einer Vielzahl von Kneipp-Anstalten niederschlug.

Die Anwendungen der Kneipp-Therapie erfolgen entweder in Form von Kuren oder Heimanwendungen, vor allem jedoch als Prophylaxe.

Neben der Hydrotherapie sind die Verwendung von Heilpflanzen, ausreichende Bewegung sowie die Empfehlung einer einfachen Kost, einer strengen Lebensordnung weitere Stützpfeiler der Kneipp- Therapie. Hierbei stellt er eindeutig den rhythmischen Ablauf des Lebens in den Vordergrund, um mit sich selbst ins Reine zu kommen und in Verbindung mit einem harmonischen Lebensablauf die Voraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden zu schaffen.

Wasser und Bewegung als die natürlichsten Lebensreize sind vorzüglich dazu geeignet, dem „verkopften“ Menschen in unserer leistungsorientierten Zeit wieder zu mehr Körpergefühl zu verhelfen. Die durch die Kneipp-Anwendungen ausgelösten Reaktionen wie Anregung, Frische oder Entspannung und wohlige Wärme wirken im Sinne des „Bio-Feedbacks“ (entnommen der Kneipp-Wassertherapie, von Dr.med. R. Bachmann, G. Schleinhofer). Aus diesem sinnlich erlebten Therapieerfolg resultiert eine neue gesundheitsbewußtere Verhaltensform.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Kneipp-Therapie ein ganzheitliches Therapiekonzept beinhaltet, das sich wie folgt zusammensetzt:

1. Ordnungstherapie

2. Ernährungstherapie

3. Bewegungstherapie

4. Hydrotherapie

5. Phytotherapie

Die Kneipp-Therapie empfiehlt sich zur Vorbeugung gegen Erkältungen, zur Leistungssteigerung, zur Minderung der Streßanfälligkeit, ebenfalls zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Störungen, Durchblutungsstörungen, nervösen Störungen (Erschöpfungszustände aller Art), depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Erkrankungen der Bauchorgane, Nieren, Blasen- und Prostataerkrankungen, Frauenleiden, Erkrankungen der Atemwege.

Bei schwerwiegenden Infektionskrankheiten und operationsbedürftigen Krankheitsbildern sollten naturheilkundlichen Behandlungsmethoden nicht oder nur unter Vorbehalt angewandt werden !

Die Hydrotherapie ist eine wissenschaftlich anerkannte Therapieform und kann rezeptiert werden.

Unterschiedliche Wasseranwendungen

Hierbei werden Güsse, Kalt- und Warmwasseranwendungen unterschieden. Bei Kindern kommen bei den Kaltwasseranwendungen zwei Formen in Betracht. 1. Ganz- und Teilabwaschungen und 2. Wickel, also Wadenwickel und Brustwickel. Ganz wichtig ist, hierbei zu beachten, daß die Kinder unter keinen Umständen frieren. Bei Säuglingen sollte man auf diese Art Wasseranwendungen ganz verzichten. Empfinden Kinder eine Anwendung mit kaltem Wasser als unangenehm, sollte sie nicht wiederholt werden.

Güsse

Güsse werden als kalter Knie-, Schenkel-, Unter-, Arm-, Ober-, Rücken-, Voll-, Nacken- und Gesichtsguß eingesetzt. Der Strahl sollte aus einem weitlumigen Schlauch (ca.2cm Durchmesser) bei geringem Druck fließen, so daß das Wasser nicht spritzt, sondern die Haut weich überspült.

Gußführung: Von der Peripherie zum Herzen hin, an den Beinen lateral nach oben und medial nach unten führend.

Kaltabwaschungen

Kaltabwaschungen wirken z. B. bei Einschlafstörungen, hochfieberhaften Zuständen (keinesfalls bei kalten Händen und Füßen) und durch ihre schweißtreibende Wirkung verkürzen sie jeden Infekt um einige Tage. Sind Kinder erst einmal daran gewöhnt, werden sie von sich aus oft danach verlangen. Man kann dem Wasser noch Zusätze wie kleingeschnittene Zitrone, Tee, Essig oder Salz hinzufügen. Für die Durchführung benötigt man lediglich ein Handtuch und kaltes Wasser. Das Handtuch wird in das Wasser getaucht und anschließend kurz ausgedrückt. Jetzt wird das Kind, immer zur Körpermitte, rasch abgerieben, wobei man mit Händen, Armen, Füßen und Beinen beginnen sollte. Der gesamte Vorgang sollte nur wenige Sekunden dauern, der Raum sollte warm sein und das Kind sollte dann ohne abzutrocknen einen Schlafanzug anziehen und sich ins Bett legen.

Warmwasseranwendungen

Gemeint ist hierbei das Überwärmungsbad nach Schlenz. Hauptsächlich zur Zusatzbehandlung bei hochfieberhaften Infekten, aber auch bei schweren Nasennebenhöhlenentzündungen kann ein Überwärmungsbad eine Verkürzung der Krankheit bewirken. Durch die Aktivierung des Krankheitsprozesses kommt es zur schnelleren Überwindung der Krankheit.

Zur Vorbereitung dieses Bades sollte zunächst das Badewasser genau die Körpertemperatur des Patienten haben. Der Patient sollte möglichst ausgestreckt in der Wanne liegen, also Hinterkopf und Haare ebenfalls im Wasser. Unter den Kopf kann man einen Ball oder einen Heublumensack legen. In den nächsten dreißig Minuten wird die Temperatur des Wassers durch langsames Zufließenlassen um 1 bis 1,5 Grad erhöht. Dadurch wird ein „künstliches Fieber“ erzeugt. Man kann zusätzlich den Patienten mit einer weichen Bürste oder einem groben Waschlappen unter Wasser abrubbeln. Anschließend kurz aufsitzen lassen. Die Dauer des Bades sollte eine halbe Stunde nicht überschreiten. Während des Bades mit Flüssigkeit versorgen, am besten mit einem Tee aus Hagebutten, Lindenblüten und Malven (jeweils zu gleichen Teilen). Danach gut abtrocknen und ins Bett legen.

Ansteigendes Fußbad

Wenn eine Grippe „im Anzug“ ist, gibt es kein besseres Mittel, dem entgegenzuwirken. Aber auch bei chronischen Erkrankungen wie z.B. Nebenhöhlenentzündungen, Luftröhrenkatarrh, Bronchitis oder einfach nur bei kalten Füßen empfiehlt sich ein ansteigendes Fußbad. Gerade auch von Kindern wird diese Maßnahme als sehr angenehm empfunden.

Man benutzt hierzu ein großes, hohes Gefäß, füllt es bis über die Knöchel mit angenehm warmem Wasser und steigert durch langsames Zugießen von heißem Wasser allmählich die Temperatur. Die Badedauer sollte ca. zehn Minuten betragen. Danach abtrocknen und in Wollsocken schlüpfen.

Thermotherapie

Zu dieser Therapieform wird die Kryotherapie (Wärmeentzug) und die Wärmetherapie (Wärmezufuhr) gezählt.

Kryotherapie

Hierbei wird lokal Eis angewandt(-180C bis- 20°C), für fünf bis maximal 20 Minuten auf die indizierten Stellen, wie z. B. Gelenke sowie alle akuten Entzündungen. Eine andere Möglichkeit ist die Ganzkörperkältetherapie mit flüssigem Stickstoff oder CO2 bei einer Temperatur von -180 Grad. Sie dauert 1-2 Minuten und wird z.B. bei rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans u. m. angewandt.Für die Selbstanwendung kann man Kältepackungen, Eiswürfel (als Eispackung, Eisteilbad), Eismassagen, Kühlspray und lokale Kaltluft bestens verwenden.

Indikationen für die Eistherapie sind Ermüdung, Konzentrationschwäche, Schmerzen, entzündliche Prozesse (akut und subakut) und Ödeme.

Wärmetherapie

Durch Leitung, Konvektion oder Strahlung ist die Zufuhr von Wärme in den Körper möglich. Dies geschieht z. B. bei der Hydrotherapie in Form von Wasser, als Wärmestrahlung z.B. bei der Phototherapie oder durch Umsetzen von elektrischer Energie in Wärme z.B. Heizkissen, Heißluft.

Des weiteren kann man durch Elektrotherapie die sogenannte Hochfrequenzwärme einsetzen. Dies geschieht in Form von Kurz-, Dezimeter- und Mikrowellentherapie.

Je nach Indikation ist ein bestimmtes Therapieverfahren nötig, um das erforderliche Eindringvermögen des Körpers anzusprechen.

Elektrotherapie

Applikation elektrischer Ströme auf umschriebene Arealen des Körpers. Es sind drei verschiedene Verfahren zu unterscheiden: Elektrotherapie im Niederfrequenzbereich bei 0 -1 Khz (Gleichstromtherapie-Galvanisation, Reizstrom-Impulsstromtherapie); Elektrotherapie im Mittelfrequenzbereich bei 1KHz (Interfrequenzstromverfahren und Amplipulsverfahren); Elektrotherapie im Hochfrequenzbereich bei 300 Khz ( Kurzwellen-, Dezimeter- und Mikrowellentherapie).

Galvanisation: konstante Ströme gleicher Richtung, die nicht zur Erregung von Nerv und Muskel führen.Anwendungen: als Langsdurchflutung, Querdurchflutung, Iontophorese, ZeIlenbäder, hydroelektrisches Vollbad.

Impulsstrom: galvanischer Strom als Basisstrom und Sinushalbwellen zum Impulsstrom.Anwendungen: an oberer Extremität und unterer Extremität

Interfrequenzstrom und Amplipulsverfahren:Anwendungen: individuell nach Anordnung

Kurzwellen- Dezimeter- und Mikrowellentherapie: Wellen im Hochfrequenzbereich. Anwendungen: am ganzen Körper bei den verschiedensten Indikationen, wobei das Diathermieverfahren, welches am besten das jeweilige Gewebe erreicht, zu wählen ist.

Ultraschalltherapie

Gehört zum Bereich Mechanotherapie und bildet durch die hochfrequente Vibrationsmassageschwingung eine Sonderform. Man setzt sie ein als Dauer-oder Impulsultraschall, Fortleitung der Schwingungen über Öl oder Wasser, lokale oder segmentale Behandlungen, mit ruhendem oder bewegtem Schallkopf.

Phototherapie

Infrarot-Strahlentherapie: Thermotherapie durch Strahlungswärme, welche am Absorptionsort entsteht.

Heliotherapie: enthält 17% IR, 39% kurzwelliges und 39% sichtbares Licht, 4,9% UV-A und 0,1% UV-B. Der UV-Gehalt ist abhängig von Sonnenstand, Tages- und Jahreszeit, Bewölkungsstand, Luftverschmutzung und Höhenlage (je 1000 m 15% Intensitätszuwachs).

Künstliche UV-Strahlung: UV-A, UV-B und UV-C werden zeitlich unterschiedlich eingesetzt.

Wickel und Kompressen

Der Heilkraft der Wickel und Kompressen mag etwas Geheimnisvolles anhaften, denn wie sonst ist es möglich, daß einfach in Wasser getauchte Tücher oder mit merkwürdigen Substanzen gefüllt, eine therapeutische Heilkraft entwickeln können? Schon von großen Ärzten früherer Tage sind Wickel und Kompressen mit riesigem Erfolg angewandt worden, z.B. war Hippokrates ein großer Anhänger dieser Heilungsmethoden. Erstes Ziel der Behandlung ist, den Körper von Abfallstoffen und Toxinen zu befreien.

Hierzu bieten sich natürlich die fünf Ausscheidungsorgane an, also Leber, Darm, Nieren, Lungen und Haut, wobei die Haut das Organ ist, das vorrangig durch Wickel und Kompressen angeregt wird, denn durch diese ist sie in der Lage, alle Arten von Abfallstoffen und Toxinen auszuscheiden - das ist die Erklärung für die perfekte Wirksamkeit der Wickel und Kompressen.

Kompressen

Die Kompresse ist ein Tuch, das mehrere Male gefaltet, in eine Flüssigkeit getaucht, leicht abgetropft und auf die kranke Körperstelle gelegt wird. Wird eine Kompresse um den ganzen Körper gelegt, dann spricht man, obwohl es sich um eine Kompresse handelt, von einem Wickel. Der verwendete Stoff soll Leinen, ein Gemisch aus Leinen und Baumwolle oder reine Baumwolle sein. Die Temperatur für die Flüssigkeit sollte entweder eiskalt, also unter 20 Grad, kühl, lauwarm oder kochendheiß sein, also ca. 45 Grad. Die aufgelegte Kompresse wird in den meisten Fällen mit einem Schutztuch gedeckt, welches die Umgebung vor Nässe schützt und hilft, die Kompresse zu fixieren. Ein Wolltuch oder eine Wolldecke verhindert ein allzu rasches Erkalten der Kompresse.

Wickel

Wickel bestehen aus teigartigen Zubereitungen. Sie werden entweder direkt auf die Haut aufgetragen, auf ein Baumwolltuch oder Küchenpapier gestrichen und eingewickelt.

Für einen Eiswickel eignen sich sowohl Eiswürfel als auch erdige Massen wie z. B. Heilerde, Gemüse, Mehl und tierische Produkte wie Quark und Joghurt.

Wickel und Kompressen benötigen zur Entfaltung ihrer Heilkraft den Hautkontakt, denn von ihnen geht eine thermische, chemische, ableitende und physische Wirkung aus. Die thermische Wirkung ist die eigentliche therapeutische Aktion.

Thermische Wirkung

Ein Wickel oder eine Kompresse verhält sich wie eine zweite Haut. Da diese zweite Haut jedoch nicht die gleiche Temperatur hat wie die erste, entsteht ein thermisches Ungleichgewicht. Der Körper kann diesen Zustand nicht lange dulden, weil das Überleben der Zellen gefährdet ist und es kommt zu einem Wiederausgleich. Dieses führt zum Anregen der physiologischen Abläufe, die ja den Ausgangspunkt der Heilwirkung von Wickel und Kompressen bilden. Das thermische Ungleichgewicht ist um so größer, je weiter Körpertemperatur und Temperatur des Wickels oder der Kompresse auseinander liegen.

Kalte Anwendungen - langandauernde -

Hierbei spaltet sich die Reaktion in zwei Phasen. Zunächst zieht der Organismus infolge des Kälteschocks das Gewebe zusammen, um sich vor der kalten Aggression zu schützen. Dadurch fehlt das Fließen des Blutes und der Stoffaustausch verlangsamt sich - er kommt beinahe zum Stillstand. In der zweiten Phase muß der Körper schnell reagieren, damit der Haut wieder Wärme zugeführt wird. Er versucht die Gefäße zu öffnen, indem große Mengen von Blut aus dem tieferen Gewebe in die obersten Hautschichten geführt werden. Die Zirkulation ist rasch und intensiv. Also führt die kalte Aggression sowohl zu einem rascheren Stoffwechsel (kranke Zellen werden besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt) als auch zu einer besseren Entschlackung (die Zellen werden schneller von Toxinen und Schlackenstoffen befreit). Die Lymphozyten, d.h. das Immunsystem, werden zu einem schnelleren Handeln veranlaßt, kranke Zellen werden also schneller zerstört.

Warme Anwendungen

Bei warmen Anwendungen kommt es zu keiner ersten Reaktion, denn die zweite Phase setzt dank der zugeführten Wärme sofort ein. Je länger die Einwirkung und je höher die Temperatur, desto stärker die Reaktion des Organismus. Warme Anwendungen verlangen vom Körper nur sehr wenig Krafteinsatz, da der Körper die Wärme wie bei den kalten Anwendungen nicht selbst produzieren muß.

Erstaunlicherweise haben Iangandauernde kalte und warme Anwendungen die gleiche Wirkung, wobei kalte Anwendungen intensiver sind, da die Wärme selbst produziert werden mußte. Im Gegensatz dazu haben kurze kalte Kompressen genau die entgegengesetzte Wirkung. Dies hilft also besonders bei Entzündungen und Schwellungen, denn Kälte kühlt das Warme und lindert bei Schmerzen.

Außer Kälte und Wärme bei den Anwendungen sind natürlich auch die chemische, ableitende und die physische Wirkung nicht zu vergessen.

Chemische, ableitende und physikalische Wirkung

Die chemische Wirkung wird durch die Assimilationsfähigkeit der Haut gewährleistet. Sie ist in der Lage, wirksame Substanzen aufzunehmen. Eine ableitende Anwendung ermöglicht, in einem bestimmten Körperteil einen Heilungsprozeß sehr rasch in Gang zu bringen, z.B. bei einem Senfmehlwickel, wo die Haut anfängt zu kribbeln oder zu brennen. Wieder versucht die Haut sich gegen diese äußere Aggression zu wehren.

Eine ableitende Anwendung ist immer nur kurz. Physische Wirkung haben z.B. Lehm- und Kohlwickel. Sie zeichnen sich durch anziehende und absaugende Wirkung aus. Sie sind prädestiniert für die Reinigung der Haut bei Pickeln, Wunden, Abszeß, Furunkel usw..

Kartoffelwickel

Material: 7-8 Kartoffeln aus biologischem Anbau - Haushaltpapier - Klebestreifen - ein Nudelholz oder eine Glasflasche - ein feines Baumwolltuch - ein Baumwoll-Schutztuch - eine Wolldecke.

Vorbereitung: Kartoffeln in der Schale im Dampf garen. Etwas auskühlen lassen. Kartoffeln auf dem Haushaltpapier so anordnen, daß die Fläche etwas größer als die zu behandelnde Stelle ist. Kartoffeln einpacken, indem das restliche Papier auf allen Seiten eingeschlagen wird. Mit Klebestreifen fixieren. Wickel in das feine Tuch einschlagen. Kartoffeln mit dem Nudelholz oder der Glasflasche zerdrücken. Man bekommt dadurch eine mehr oder weniger zusammenhängende Masse. Darauf achten, daß die untere Seite des Wickels glatt und faltenfrei ist.

Anwendung: Die Temperatur des Wickels prüfen, indem man ihn kurz auf die Innenseite des Vorderarms legt. Diese Stelle ist sehr wärmeempfindlich.

Dauer: 1 Stunde oder solange der Wickel warm ist und als angenehm empfunden wird.

Zu empfehlen bei: Halsreizungen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, chronischer Bronchitis, Rückenschmerzen und Kniebeschwerden.

Zwiebelwickel

Material: 5-6 große Zwiebeln aus biologischem Anbau - ein feines Baumwolltuch - ein Baumwollschutztuch - ein Wollschal.

Vorbereitung: Zwiebeln hacken. Zum Erwärmen unter ständigem Rühren kurz trocken, ohne Öl dünsten.

Dauer: solange es als angenehm empfunden wird

Zu empfehlen bei: akuter Halsentzündung, akuter Bronchitis, Ohrenschmerzen, Stirn- und Kieferhöhlenentschleimung, bei Insektenstichen, bei Entzündung der Harnblase, bei kalten Füßen und schlechter Blutzirkulation.

Quarkwickel

Material: Biologischer Vollmilchquark, der mindestens eine Stunde vor

Anwendung aus dem Kühlschrank genommen werden muß - ein Spachtel - Haushaltpapier - ein feines Baumwolltuch - eine elastische Binde.

Vorbereitung: Quark mit dem Spachtel dick in der Mitte des Haushaltpapiers ausstreichen.

Dauer: ca.20 Minuten

Zu empfehlen bei: Venenentzündung, Sonnenbrand, Brustdrüsenentzündung, Entzündung im Handgelenk, Ellenbogengelenk u.ä.

Essigwickel

Material: je 1/2 Liter Wasser und Essig - zwei Baumwolltücher, mehrere Male gefaltet, groß genug, um sie 1 1/2 mal um die Wade zu wickeln (Kompressen) - zwei Baumwollschutztücher - zwei Frottiertücher.

Vorbereitung: Das Frottiertuch auf Wadenhöhe in das Bett legen. Wasser und Essig mischen. Die beiden Wickel in das Essigwasser tauchen. Herausnehmen und leicht abtropfen lassen.

Anwendung: Zuerst die Wickel, dann das Schutztuch um die Beine wickeln.

Dauer: Nach 2-3 Minuten erneuern, d.h. Wickel abermals in das Essigwasser tauchen. Es empfiehlt sich, die Wickel 1-3 mal zu erneuern.

Zu empfehlen bei Fieber.


Verfasserin:
Anja Zech
, Heilpraktikerin auf Fehmarn - email: anjazech@yahoo.de
 

Neue Wege

Die biologische Behandlung der Nasennebenhöhlen-
entzündung
Schriftenreihe Naturheilkunde
Heft 1 
- 3. Aufl. 2008 | Ansehen

Die biologische Behandlung der Arthrose
Schriftenreihe Naturheilkunde
Heft 2 
- 1. Aufl. 2002 | Ansehen

Die biologische Behandlung des Reizdarms
Schriftenreihe Naturheilkunde
Heft 3
1. Aufl. 2003 | Ansehen

Die biologische Behandlung von Sodbrennen und Reflux
Schriftenreihe Naturheilkunde
Heft 4
- 1. Aufl. 2007 | Ansehen

Med-Infos

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