Die biologische Behandlung der
Nasennebenhöhlenentzündung
Jürgen
Flügge
Die
biologische Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung
3. Aufl. 2008
116 Seiten
ISBN13: 9783837067842
10,80 Euro
Die biologische Behandlung der
Nasennebenhöhlenentzündung
I N H A L T
Einleitung
Die
Konzepte der Medizin
Die
Entwicklung der Nasennebenhöhlen in
der Kindheit
Die
Nasennebenhöhlenentzündung - Aspekte eines
vielschichtigen
Krankheitsbildes
Komplikationen
im Kopfbereich
Die
chronische Nasennebenhöhlentzündung des Kindesalters
Besonderheiten
der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung im
höheren
Alter
Nasennebenhöhlenentzündung
und Allergie
Die
chronische Nasennebenhöhlenentzündung als schwelender
Krankheitsherd
Das
Vorgehen der Versorgungsmedizin
Wie
hilft die Naturheilkunde ?
Motivation
Allgemeine
Ratschläge
Umstimmende
Maßnahmen (Leseprobe
siehe unten)
Vorteile
der biologischen Behandlung
Mittel
der Pflanzenheilkunde
Weitere
naturheilkundliche Mittel
Mittel
der Homöopathie
Zusätzliche
Therapie in der Naturheilpraxis
Anhang
Adressen
und Links im Internet
Anmerkungen
Index
Leseprobe:
Umstimmende
Maßnahmen
Es
entspricht dem ganzheitlich denkenden Konzept der Naturheilkunde,
chronische Nasennebenhöhlenentzündungen nicht nur an
den
Schleimhäuten mittels keimhemmender, schleimlösender
und
abschwellender Maßnahmen zu behandeln, sondern den gesamten
Körper in die Überwindung der Krankheit
einzubeziehen.
Hierzu
bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:
-
Klimakuren
-
Heilfasten
-
Frischsaftkuren
-
Ernährungs- und Ordnungstherapie
-
Fußbäder
-
Fußreflexzonenbehandlungen
-
Senfmehlpackungen
Alle
diese Maßnahmen sind für sich genommen eher
unspezifisch
wirksam, kombiniert machen sie jedoch einen Großteil des
langfristigen Heilerfolges aus. Sie stimmen den Organismus um, vor
allem in den beschwerdearmen Zeiten zwischen akuten
Entzündungsphasen, und machen aufflackernde Schübe
der
Erkrankung besser behandelbar. Allerdings sind die in diesem
Zusammenhang erwähnten ansteigenden
Fußbäder auch bei
akuten Beschwerden sehr nützlich.
Klimakuren
Klimakuren
an Nord- und Ostsee sind bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts
bekannt, Doberan an der Ostsee (1793) und Norderney (1797) waren die
ersten deutschen Seebäder, in denen eine Meeresheilkunde
für
verschiedene Indikationen angeboten wurde. In Frankreich ist die
sogenannte Thalassotherapie (Meerestherapie) eine allgemein
anerkannte und etablierte Therapieform. Patienten mit
Atemwegserkrankungen wie chronischer Bronchitis und eben auch der
Sinusitis stellen seit über 150 Jahren den Hauptanteil der
Heilungsuchenden.
Sie
profitieren von der Sekretverflüssigung durch Inhalation
salzhaltiger Luft in Brandungsnähe. Für die
chronische
Nasennebenhöhlenentzündung, gerade wenn sie auf einer
allergischen Erkrankung beruht, eignen sich die Monate April bis
Oktober für einen Aufenthalt an der Nordsee.
Für
eine Klima- und Badekur am Meer, die diesen Namen verdient, sollten
allerdings vier oder fünf Wochen eingeplant werden. Kinder
sollten sogar sechs Wochen oder länger bleiben, denn die
erwünschte Umstimmung des Organismus verläuft in
mehreren
Phasen. Während der sogenannten Adaptationsphase vom 3. bis 8.
Aufenthaltstag findet eine Eingewöhnung statt, in der
Reaktionsphase vom 9. bis 19. Tag kommt es zur Umstellung des
vegetativen Nervensystems und des Hormonsystems auf die besonderen
Klimabedingungen; in dieser Phase treten oftmals Infekte auf. Nach
drei Wochen kommt es zu einer Umkehrphase und schließlich
nach
dem 25. Tag zu einer „Reformationsphase“. Aus
dieser Einteilung
der Klimakur läßt sich ersehen, wie wichtig ein
längerer
Aufenthalt für den Erfolg ist. Leider ist heute die
wochenlange Auszeit
für
eine derartige Meeresklimakur nicht mehr für jeden Patienten
erschwinglich und zeitlich meist auch nicht einzuplanen.
Kurzaufenthalte sind zwar erholsam, haben jedoch kaum einen
anhaltenden therapeutischen Effekt. Viele Kurorte, nicht nur die
Seebäder, bieten mittlerweile Kurzkuren an, deren
Erfolgsaussichten bei der Heilung chronischer Atemwegserkrankungen
jedoch bezweifelt werden muß.
Fasten
Als
grundlegende Entgiftungstherapie bietet sich weiterhin das Heilfasten
an, zumal dann, wenn Gewichtprobleme bestehen. Fasten kann die
Selbstheilungskräfte des Körpers stärken und
so
spezifische Sinusitis-Therapien wirksamer gestalten. Es
unterstützt
den inneren Arzt, den Archaeus des Paracelsus, befreit ihn und bringt
ihn zum Tragen... (Dr.Otto Buchinger). Für viele Menschen ist
das Fasten eine hervorragende gesundheitsfördernde Methode,
von
der sie jedes Jahr im Frühling neu profitieren.
Neben
den allgemeinen Gegenindikationen für das Fasten, die in jedem
Buch zu diesem Thema genannt werden und die auch in Fastengruppen
immer vorher zur Sprache kommen, muß bei Fastenden auch an
eine
mögliche Aktivierung von entzündlichen
Krankheitsherden,
sogar mit Fieberentwicklung, gedacht werden. Typischerweise finden
sich diese Herde im Bereich der Zähne, der Mandeln sowie der
Nasennebenhöhlen
[→
Hinweis zur Seite].
Die beiden letztgenannten Organbereiche sollten daher schon vor einer
Fastenkur naturheilkundlich behandelt werden.
Wer
sich näher mit dem Fasten und seiner umfassenden Bedeutung
für
Körper und Geist interessiert, findet in der Literatur eine
große Auswahl an Titeln. Besonders empfehlenswert ist
folgendes
Buch des deutschen 'Fastenpapstes' Otto Buchinger:
Das
heilende Fasten
So
stärken Sie Ihr Wohlbefinden durch die Buchinger-Fastenkur
Otto
Buchinger, Andreas Buchinger
14.
Aufl. 2002. 130 Seiten, ISBN 3-03-505015-5
Da
Fasten und gesunde Ernährung aufs engste
zusammengehören,
sollte auch den Tagen nach dem Fasten Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Dieses Buch zu den Aufbautagen mit vielen inspirierenden Rezepten zur
anschließenden Vollwerternährung gibt Hinweise:
Richtig
essen nach dem Fasten
Hellmut Lützner, Helmut Million
7.,
Aufl. 2004. 112 S., ISBN 3-7742-3207-5
Frischsaftkuren
Auch
eine Frischsaftkur über 4 Wochen im Frühjahr wirkt
unspezifisch gesundheitsfördernd. Unsere Vorfahren waren mit
dieser Möglichkeit der inneren Reinigung noch vertrauter. Sie
preßten den Saft frischer Blätter von Löwenzahn,
Giersch, Brennessel, Huflattich, Sauerampfer, Schafgarbe,
Gänseblümchen usw. und tranken den Saft über
mehrere
Wochen. Heute ist es leider etwas schwierig, saubere
Wildkräuter
zu finden, weil viele dieser Pflanzen an pestizidbelasteten
Feldrändern vorkommen. Auch ist nicht jeder in der Lage,
Wildpflanzen eindeutig zu identifizieren und nutzbringende von
eventuell sogar giftigen Pflanzen zu unterscheiden. Man sollte sich
genau informieren und vielleicht auch unter sachkundiger Anleitung
sammeln. Weil Heilpflanzen von Anfang April bis Mitte Mai ihre
größte
Kraft entfalten, sollte die Kur in dieser Zeit durchgeführt
werden. Notfalls kann man auf die u.a. im Reformhaus
erhältlichen
Preßsäfte zurückgreifen. Wenngleich der
Gesamtkomplex
der Inhaltsstoffe in solchen Produkten erhalten bleibt, muß
doch angemerkt werden, daß solche Fertigprodukte durch
Kurzzeiterhitzung keimfrei gemacht wurden, was möglicherweise
zu
einer Denaturierung der wirksamen Substanzen führt.
Man
verdünnt die Frischsäfte im Verhältnis 1:5
mit Wasser
oder Buttermilch und trinkt anfangs 2 Eßlöffel Saft
pro
Tag; jede Woche kommt ein weiterer Eßlöffel hinzu,
bis zur
täglichen Gabe von 6 Eßlöffeln.
Brennesselsaft sollte
immer etwa 50% der gesamten Frischsaftmenge ausmachen.
Anfängliche
Durchfälle sind nicht auszuschließen, auch kleine
juckende
Pünktchen auf der Haut sind möglich. Meist ist
hierfür
der Brennesselsaft verantwortlich. Im Falle solcher Reaktionen sollte
die Saftmenge reduziert oder wenigstens nicht weiter erhöht
werden. Wer sich genauer mit einer solchen Frühjahrskur
beschäftigen möchte, dem sei das Buch 'Neue
Therapiekonzepte für die Praxis der Naturheilkunde' von Josef
Karl empfohlen. Der Autor, ein bekannter Heilpraktiker, gibt
hierin genaue Anweisungen zur Durchführung. Außerdem
werden die in Frage kommenden Pflanzen in dem Buch detailliert
beschrieben.
Ernährungs-
und Ordnungstherapie
Vielen
Menschen fällt es schwer, Veränderungen ihrer
Ernährungsgewohnheiten vorzunehmen und einzuhalten, auch wenn
ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Problemen
und Eßgenuß besteht. Es ist ihnen zwar meist
bekannt, daß
eine falsche Ernährung chronische Krankheiten hervorruft und
unterhält, praktische und dauerhafte Konsequenzen hinsichtlich
des Eßverhaltens ergeben sich hieraus jedoch nur selten.
Eingeschliffene Verhaltensweisen, selbst wenn sie gesundheitlich
bedenklich sind, können psychisch stabilisierend wirken.
Insbesondere die in der frühen Kindheit geprägten
Ernährungsgewohnheiten dienen als Rückversicherung
gegen
Streß und psychische Unsicherheit. Solche Automatismen
beherrschen unser Leben und lassen sich nur schwer aus den Angeln
heben, zumal ein Erfolg nicht sicher ist und sich im allgemeinen nur
zeitlich versetzt einstellt. Bis dahin ist es leider schon sehr
häufig zur Wiederaufnahme der alten Gewohnheiten gekommen.
Dennoch
sei es gesagt: vieles ließe sich im Bereich der
Schleimhäute
des Kopfes bessern, wenn eine geregelte und natürliche
Ernährung
ohne übermäßig Alkohol und Kaffee bei
vorwiegendem Frisch- und Rohkostanteil eingehalten wird. Nach
Möglichkeit und Willenskraft sollten gemieden werden: Zucker,
Weißmehlprodukte, Wurst und überhaupt Fleisch,
Fertigprodukte aus der Tiefkühltruhe und alle
verarbeiteten Nahrungsmittel, die den Organismus in seiner
Vitalität
belasten. Diese Lebensmittel ermüden das vegetative
Nervensystem. Viele Menschen reagieren allergisch auf
Milchprodukte oder können die in Milch enthaltene Laktose
nicht richtig verarbeiten. Diese sogenannte Laktoseintoleranz
zeigt sich am ehesten mit Symptomen im Bereich des Darms (v.a.
Durchfälle und Blähungen), aber ein mangelhaftes
Funktionieren der Verdauungsfunktionen kann zur
Mangelernährung
führen und sich dann auch in anderen Organbereichen bemerkbar
machen. Laktoseintoleranz läßt sich über
einen
einfachen Atemtest beim Arzt nachweisen oder ausschließen.
Erfahrungsgemäß wird dieser Test jedoch nicht in
allen
Praxen durchgeführt, man muß sich ein wenig
umhören.
Bei Verdacht auf eine veritable Nahrungsmittelallergie kann versucht
werden, die verursachenden Stoffe über Laboruntersuchungen des
Blutes oder über das Führen eines
Lebensmitteltagebuchs
ausfindig zu machen und in Zukunft zu meiden. Alternativ kann eine
vielleicht dreitägige reine Kartoffel-/Reis-Diät [→
Hinweis zur Seite] mit
nachfolgender sukzessiver Hinzunahme von typisch
allergieverdächtigen
Lebensmitteln über weitere zwei Tage versucht werden. Diese
entlarvt die Übeltäter anhand der vorbekannten
Symptome
meist sehr schnell. Labortechnische Spezialuntersuchungen in diesem
Bereich sind leider immer noch relativ teuer und im Ergebnis
unsicher.
Fußbäder
.......
Senfmehlpackungen
Eine
weitere sehr interessante Lokalbehandlung besteht in der
äußerlichen
Anwendung von Senfmehl in Form von Packungen auf Stirn und Wangen:
verwendet werden scharze, pulverisierte Senfsamen (Semen Sinapis pulv.
Gross.) aus der Apotheke. 100 Gramm der Droge reichen aus, da Senfmehl
nach einiger Zeit zur Schimmelbildung neigt. Es gibt auch gelben Senf
als
Pulver, jedoch wirkt der schwarze Senf intensiver und ist für
die Senfmehlpackung geeigneter. Ein gestrichener
Eßlöffel
Senfmehl wird mit sehr wenig warmem Wasser verrührt, bis ein
pastöser Brei entsteht, der in seiner Konsistenz an Quark
erinnert. Der Senfmehlbrei darf auf keinen Fall zu flüssig
sein.
Nachdem der Brei angerührt ist, streicht man ihn
messerrückendick auf ein Stück Gaze (am besten eignen
sich
die durchlässigen Mullkompressen Gazomull® von
Beiersdorf in
der Abmessung von 7,5 cm x 7,5 cm, Packung à 50
Stück).
Die Gaze sollte so gefaltet bleiben, wie sie in der Packung liegt.
Das Bestreichen der Gaze kann mit dem Löffel geschehen, mit
dem
der Brei angerührt wurde. Es ist jedoch darauf zu achten,
daß
die Ränder der Gaze frei von Senfmehlbrei bleiben.
Anschließend
wird eine weitere Gaze auf die erste und den Senfmehlbrei gelegt, so
daß man gewissermaßen einen Sandwich
erhält, mit dem
Senfbrei in der Mitte. Das mittige Aufbringen des Senfbreis auf der
Gaze ist deshalb so wichtig, weil jeder direkte Hautkontakt mit dem
Senf zu überflüssigen und quälenden
Hautreizungen
führt. Ein direkter Kontakt des konzentrierten Senfmehlbreis
mit
der Haut und vor allem mit den Augen muß also unbedingt
vermieden werden! Auch wenn Senfbrei an die Finger gelangt, darf mit
diesen nicht über das Gesicht gewischt werden. Senf reizt die
Augen ungemein.
Es
ist angenehmer und sicherer, die Behandlung im Liegen vorzunehmen
oder - besser noch - vornehmen zu lassen, denn eine Hilfsperson kann
die Senfmehlpackung präziser auf Stirn bzw. Wange auflegen und
entfernen, ohne die Gefahr eines Kontaktes mit den Augen. Die
Wirkstoffe des Senfbreis sickern bei zunehmender Durchfeuchtung der
Gaze durch diese hindurch auf die Haut. Schon nach wenigen Sekunden
verspürt man ein Pieksen und Kribbeln in dem betreffenden
Hautbezirk. Sobald dies kribblige Wärmegefühl
eintritt,
soll die Senfmehlpackung nur noch 1 Minute dort verbleiben und dann
auf die andere Wange bzw. Stirnhälfte gelegt werden. Die Augen
müssen während der gesamten Prozedur geschlossen
bleiben.
Wer viel Eiter in den Nebenhöhlen hat, spürt das
Kribbeln
manchmal nicht sofort. Jedes allzulange Verbleiben der
Senfmehlpackung auf der Haut führt zu Hautirritationen und
sogar
Blasenbildungen, deshalb darf die Behandlung pro Hautareal nicht
länger als 3 Minuten dauern.
Kurz
nach oder schon während der Behandlung kommt es als
willkommene
Reaktion meist zu Niesreiz und Ausfluß der eitrigen Massen
aus
Nasennebenhöhlen bzw. Nase. Es stellt sich ein wohliges,
entspanntes Gefühl ein, der drückende Schmerz
verschwindet
für eine Weile, das Sekret verflüssigt sich und kann
abfließen. Die Behandlung muß ein- bis zweimal
täglich
erfolgen, um einen anhaltenden Effekt zu erzielen.
Für
jede Behandlung muß frischer Senf angerührt werden,
die
verwendete Packung wird nach der Behandlung entsorgt. Auch Kinder ab
einem Alter von etwa 10 Jahren können mit Senfbrei behandelt
werden, allerdings mit noch größerer Vorsicht, damit
der
Senf nicht in die Augen gelangt und auch die Haut nicht
übermäßig
gereizt wird. Kinder würden ansonsten eine Wiederholung der
Anwendung nicht mehr tolerieren. Eine kombinierte Anwendung von
Senfmehlpackungen und mit Senfmehl „angereicherten“
Fußbädern
ist empfehlenswert. Solche Senfmehl-Fußbäder, auf
Seite ... [→
Hinweis zur Seite] beschrieben, sind übrigens ungemein wirksam,
wenn es darum geht, einen aufkommenden Schnupfen bzw. eine sich daran
anschließende Nasennebenhöhlenentzündung im Keim zu
ersticken.